So, jetzt ist das Persönliche und Private ziemlich durchgequatscht, und ich hatte ein wenig Zeit, meine mich plagenden Selbstzweifel und Ängste dem Licht der Achtsamkeit auszusetzen.
Und während ich noch auf die große Erleuchtung in Sachen Geschäftsmodell, Angebote und Veranstaltungsformate warte, fange ich am besten schon einmal damit an, mich ans Wesentliche, um das es hier geht anzupirschen.
Ach, genug gepirscht, hauen wir endlich mal auf die Kacke!
Hey, Wedgwood, worum geht?
Keine Ahnung, was du so treibst, aber ich habe ziemlich viel meiner Lebenszeit und meiner Energie mit Gedöhns vertändelt. Jetzt geht meine Lebenszeit langsam zur Neige – immerhin werde ich im Januar 47 – da wird es langsam mal Zeit, mich um meine wesentlichen Angelegenheiten zu kümmern.
Wenn du mich fragen würdest, worum es mir geht – das fragen die Leute natürlich nie, die fragen, was ich so mache und wie es so läuft -, dann würde ich folgendes antworten:
Alder, mir geht um
- bedingungslos Glück,
- lustvoll Beziehung und witzig Begegnung,
- kreativ Raushauen von Energie,
- schöpferische Handeln und
- radikal Selbstbefreit.
So würde ich das natürlich nicht sagen. Aber mein nicht weiter ausgefeiltes Proll-Alter-Ego schreibt es halt so. „Tusch du verstähn?“
Man könnte auch sagen, mir geht es hier, immer und überall, um ein intensives, zutiefst lebendiges, erfüllendes und gelassenes Leben.
Man könnte auch sagen, mir ginge es um das, wonach wir uns alle am meisten sehnen, um das wir uns aber nahezu überhaupt nicht kümmern.
Worum es dir geht, das würde mich auch mal interessieren, aber darüber erfahre ich reichlich wenig, denn von dir höre ich hier und auch anderswo bisher fast nix.
Eigentlich würde ich gerne direkt zum Eigentlichen kommen
Und natürlich würde ich nichts lieber tun, als sofort über all das zu schreiben, was du nutzen kannst,
- um das bedingungslose Glück in deinem Leben freizulegen und
- all die anderen tollen Aspekte eines lustvollen Lebens zu erschließen.
Aber ich fürchte, dass es ganz so einfach nicht zu machen ist.
Du musst erstmal deine Ohren durchputzen, dein Hirn entrümpeln und den Bretterverschlag vor deinem Kopf abtragen, damit auch nur ein klein wenig von dem, was ich hier zu teilen habe zu dir durchdringt.
Und natürlich, sollte ich höflich sein und mich auf dich einstellen, statt dir einfach mein Zeug, so wie hier vor den Latz zu knallen. Allerdings gibt es auf der inhaltlichen Ebene gar nicht so viel, mit dem ich das tun könnte ohne dich und mich selbst zu verarschen.
Aber dafür stelle ich mich auf einer anderen Ebene auf dich ein: Ich mache Lärm.
Und mein Lärm entspricht in gewisser Weise jenem Lärm, den du durch deine Art zu leben hervorbringst. Allerdings führt dein Lärm vom Leben weg und meiner zum Leben hin.
Die große Glücksverarsche
Wir beide leben in ganz unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was Glück ist und wie es zu erlangen sei. Nicht nur das: Wir leben das Leben auch auf komplett unterschiedliche Art.
Und dabei gilt es als brauchbar abgesichert, dass ich was falsch mache, denn sonst ginge es mir doch materiell gut. Und du machst alles richtig, weil bei dir ja alles einigermaßen läuft.
Aber vielleicht ist es auch ganz anders und vielleicht ist das, was du mir und den anderen als (Status)Symbole eines gelingenden Lebens hinhältst völliger Humbug. Ähm, um es gleich vorwegzunehmen, das „Vielleicht“ im letzten Satz ist nur meiner britischen Höflichkeit geschuldet.
Natürlich ist dieser ganze
- „Ich habe es geschafft.“
- „Ich gehöre dazu.“
- „Ich mache alles richtig.“
nicht vielmehr als Selbsteinlullung und eine große Selbstveraschung. Und das gleiche gilt für die negativen Varianten, in denen sich die vermeintlich Gescheiterten suhlen:
- „Ich bin ein Loser.“
- „Ich werde ausgeschlossen.“
- „Ich mache alles falsch.“
Der Bezugspunkt und das zugrundeliegende Glücksmodell sind völlig schräg und lebensfeindlich.
Deswegen bedeuten der Besitz oder Mangel an Statussymbolen gemessen an echtem Glück und existenzieller Geborgenheit einen riesengroßen Scheiß von gar nichts.
Der größte Teil des Glücksbusiness ist eine Verarschung und Selbstverarschung ersten Grades.
Und das ist schon ganz schön bescheuert, denn diese Form des Glücksstrebens ist gleichzeitig die etwas versteckte, aber alles dominierende Kraft in unserer völlig durchgeknallten Konsumkultur und in den ganzen perversen Formen weltweiten Wirtschaftens und Ausbeutens natürlicher Ressourcen.
Du magst dich jetzt fragen: „Glücksbusiness? Wovon redet der Typ?“
Nun, ich rede darüber, wie das meiste was wir tun darauf abzielt, es auf Knopfdruck schön, kuschelig, ein bisschen spannend und gleichzeitig vollkommen sicher zu haben.
Du Kitkat? Wird Zeit für kurze Pause
Ich könnte hier jetzt genüsslich weiter unsere Glücksvorstellungen auseinandernehmen, vergleichbar der Art, wie wir diesen Glücksvorstellungen folgend unsere Welt und unser Leben zerstören.
Aber ich denke, für heute ist es erstmal gut. Dir sei Zeit gegönnt, den ersten Schwung zu verdauen, und mir, mich ein bisschen zu erholen.
Und glaube ja nicht verschreckt oder angepisst, dass ich hier angetreten bin, um aus Verbitterung und Verzweiflung heraus, die ganze schöne, langweilige und halblebendige Welt auseinanderzunehmen und madig zu machen.
Ich demontiere mit unermesslicher Freude, ja! Aber nur aus einem einzigen Grund:
Weil ich bessere Antworten auf die Frage des Glücks habe,
als jene, mit denen du dir das Leben zur Hölle machst.
Und ja, diese Antworten kommen ganz bald. Du kannst sie aber auch ganz entspannt selbst finden, wenn du dich auf meine Alltags-Challenges einlässt.
Weiter im Text die Tage. Ich komm‘ wieder, keine Frage!
Und denk dran: Teilen ist das neue Liken!
Bildquelle: Anna Dziubinska | Unsplash


