Don Quichotta
Heute mal ausgeschlafen.
Direkt nach dem Aufwachen ein längeres Telefonat mit einer guten Freundin aus Mykonos. Metaphorisch. Jene, die den Faden hält und es gar nicht so richtig zu kapieren scheint. Oder eher Geschichten darüber verbreitet, dass sie vermeintlich keinen Plan hat.
Auf dem Weg in eine OP. Eine Donna Quichotta, die sich an den Widrigkeiten des Alltags aufreibt. Heute das bröckelnde Gebäude, das eben noch unser Gesundheitssystem war.
Sie schlägt sich irgendwie gern herum. Und irgendwie gar nicht. Wie das so ist.
Widersprüchlich. Und anstrengend. Besonders für sie.
Wenn Kämpfen und Überleben zum Lebensmodus werden, dann kommt die Erschöpfung irgendwann mit Wucht.
Und dann geht nicht mehr viel.
Ich mag sie echt gern. Und sie glaubt immer noch, dass sie alles alleine schaffen muss und kann. Und ich denke wie so oft an die Anonymen Alkoholiker: „Nur du allein kannst es schaffen. Aber alleine schaffst du es nicht.“
Ich weiß nicht, ob sie es merkt. Ich kann es mittlerweile deutlich spüren und lesen. Sie braucht erstmal eine ganze Weile, um den Ballast abzustreifen.
- Dann auf einmal taucht sie auf.
- Wird sichtbar.
- In ihrer schönen, sensiblen, heilen Wärme.
Guerillero im Website Dschungel
Dann tiefes Eintauchen in meine Webseite. Ausdauerndes Schrauben am Format der Feldnotizen und Blogposts. Die wilde, bunte Welt der anderen Seiten passt hier nicht hin.
Ich probiere. Nichts funktioniert. Der alte Sumpf saugt schon wieder an meinen virtuellen Gummistiefeln.
Gehe ich halt barfuß weiter.

Mit ChatGPT entwickeln wir die Idee unterschiedlicher Räume.
Räume. Mein großes Thema zur Zeit. Und Gregors. Mit seiner Ausstellung im Chiemgau gerade.
Und auch sonst:
- Verortung und Nichtverortung im Raum.
- Die Anwesenheit von Raum und Subjekt.
- Deren Beziehung zueinander.
- Deren Abwesenheit.
- Und die Abwesenheit von Raum und Subjekt.
Wir haben uns vor einer Weile intensiv und öffentlich über all das unterhalten: Space has no Entrance
Die Räume dieser Webseite: Foyer, Partykeller, Studio, Eventlounge und eben auch Bibliothek.
Die Bibliotheksseiten werden leiser und schmaler. Dabei sind wir heraus gekommen. Ein Bruch im Groove.
Disruption in die Stille hinein.
Aber den Räumen fehlt noch die Bibliotheksinfrastruktur:
- die Regale,
- die Sitzgelegenheiten,
- die Buchrücken.
Bilder kommen dazu. Mehr Formatierung und Struktur im Text.
Textur im wahrsten Sinne des Wortes.
On the Road – Boule-Futter-Work
Hunger. Gleich zwei Uhr. Noch nix gefrühstückt. Noch keinen Kaffee getrunken. Internet und Webdesign Rausch.
- Früher war ich ein echter Design- und Text-Junky.
- Jetzt genussvoller.
- Nicht mehr Rückfall gefährdet.
Zu viele schöne Dinge und Aktivitäten, die mich erfüllen, leiten und tragen. Und Menschen mit denen ich mich leicht fühle. Einfach ich sein kann.
Wenn man den Teufel beim Namen nennt: Call from Kex. Der ursprüngliche Plan, in die Stadt zu fahrn, um sie und ihren Freund auf dem Schloss Cup zu treffen nimmt fast zu schnell Gestalt an.
- French Toasts brutzeln.
- Mampfen.
- Parallel Cappuccino schlürfen.
- Anziehen.
- Mac und Kopfhörer in die Tasche werfen.
Schön draußen. Wind. Sonne. Ein bisschen frisch.
Schneide die Skanking Show von gestern Abend (YouTube/Mixcloud) in der Tram. Neuer Standard. Ständig mit dem Laptop in den Öffis arbeiten. Lebensfreude. Mobile Arbeitskultur. Produktive Gypsy Glückseligkeit.
Kontostand geprüft. Zahlungen sind eingegangen. Mein Körper entspannt sich.
Direkt kleine Schulden in Teilen begleichen. Die großen müssen noch warten. Bisschen was investieren. Es geht weiter.
Ihr Salat sieht lecker aus. Das Pizzabrot ist brutalst lecker. Die Cola ist süß und richtig. Richtig süß.
Ich hab nix zu essen bestellt. Weiter Video schneiden. Sie freut sich, in Ruhe essen zu können. Ich mich, dass das KA-WLAN richtig was kann. Mixcloud Upload. Noch schnell Cover basteln. YouTube Upload.
Das tägliche Ritual. Lecker. Hält mich. In Zeit und Raum. Auf meiner Spur. Erweckt nach und nach alles zum Leben.
Links in Feldnotiz von gestern einbauen. Links testen. Früher wäre das ein halber Arbeitstag gewesen. Jetzt erledigt es sich von allein. Während sie ihren Salat weg knabbert.
Das Turnier ist in vollem Gang.
- Regen.
- Hagel.
- Egal.
Hohes Niveau, wo Robby spielt. Ihr Freund. Aufwärmrunde für die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf am Wochenende.
Echt netter Typ!

Ich werfe mit Boule-Fachbegriffen um mich. Er durchschaut mein Gebluffe. So macht das ganze Spaß.
On my way to my Castle
Auf dem Heimweg Snickers-Eis bei Cortina. Geiles Zeug. Die Fußgängerzone leuchtet als Feiertagsbeleuchtung besonders klar. Das kommt vom Regen.
Vatertag? Von den Töchtern keine Spur. Ah, doch! In mir!
Deutlich. Warm. Voller Freude und Liebe.
Reicht ja, wenn ich eine Tatsache vollauf genieße: Es gibt wundervolle Mädchen und junge Frauen in meinem Leben.
Und ich bin deren Papa und Bonus-Papa.
Auf dem Weg nach Hause schreibe ich diese Zeilen. Und frage mich, wie sich French Toast, Pizzabrot und Eis mit Waffel auf meine Konturen auswirken werden.
Dann denke ich:
- Die jungen Männer legen neuerdings so viel Wert auf Kontur.
- Ich interessiere mich mittlerweile mehr für Format.
- Und Formate.
Feste, Freunde, Vaterfreuden
„Feste & Freunde“ auf Prime fertig geschaut.
Früher waren mir Komödien und Romantisches zu langweilig. Heute brauche ich draußen weniger Lärm und Rauschen. Der Lärm und das Chaos in meinem Inneren haben sich beruhigt. Auf einmal ist da Platz für ruhigere Töne.
Donna Quichotta meldet sich nochmal. Die Organisation ihres OP-Tages klingt noch verworren.
Ich mache nicht den Sancho Pansa. Ich mache den Miguel de Cervantes.
Ich schreibe die Geschichte mit ihr um.
Und plötzlich leuchtet eine Möglichkeit auf.
Ständige, auch kleinere Überlastungen können auf Dauer zu einem nahezu Totalausfall des Systems führen.
Und genauso können kleine Entlastungen durch zugewandte Menschen, die existenzielle Last zeitweise tragen helfen, zu einer tiefen Entlastung, Beruhigung und Regeneration des Systems führen. Das meint das AA-Mantra ja.
Am frühen Abend dann ein Vatertags-Gruß per WhatsApp von Tochter und Bonustöchtern. Sie feiern mit ihrer Mama auf dem Messdi in Kehl. Und feiern kann die Mama gut.
Ich denke: „Wie schön, dass sie feiern.“
- Nicht mich.
- Das Leben.
- Den Augenblick.










