Wenn es darum geht, an unseren Zielen zu arbeiten, Träume zu verwirklichen und Potentiale zu entfalten, könnte man meinen, dass wir die ganze Zeit aktiv sein müssten. Und tatsächlich ist konkretes und beherztes Handeln grundsätzlich eine gute Idee.

Das gilt vor allen Dingen dann, wenn wir die Tendenz haben, uns in Ideen, kritischen Überlegungen, Analyse, Konzeptionen und ausführlicher Planung zu verlieren.

Nix Tun (Boost Your Moojo Ezential)

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Aber bei aller Tatkraft ist es wichtig, dass wir uns hier und da Raum geben, um gar nichts zu tun.

  • Wenn wir solche Momente des Nichts-Tuns kultivieren, dann verschaffen wir uns Zeit, in der wir Erlebnisse, Erfahrungen und Entwicklungen verdauen können.
  • Wir geben uns Raum zum Träumen und verschaffen unserer Inspiration Gehör.
  • Wir nehmen mit größerer Offenheit wahr, wie sich die Dinge entwickeln und welche Themen sowie Fragestellungen unsere Aufmerksamkeit verdienen.

Darüber hinaus verschaffen wir uns einen Überblick über Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und können klären, welche davon wir in unsere Planung, vor allem aber in unser Handeln einbeziehen wollen.

Doch in welchen Momenten sind wir eingeladen, inne zu halten und uns vom Handeln aufs Nix-Tun und Wahrnehmen zu verlegen?

Für mich ist der Moment immer dann gekommen, wenn ich anfange, mich in Aktivismus zu verlieren und gefühlt richtungs- oder sinnlos vor mich hin zapple. Nach dem Motto: “Sobald sie ihr Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten sie ihre Anstrengungen.”

Manchmal komme ich auch ins Stocken und die Dinge scheinen sich gegen mich zu verschwören. Unterschiedliche Phänomene blockieren dann meine aktuelle Bewegungsrichtung und alles mögliche geht schief. Dinge gehen kaputt. Die Unfall- und Verletzungsgefahr sowie das Konfliktrisiko steigen.

Zu anderen Zeiten fühle ich mich müde, erschöpft und uninspiriert. Ich verliere meine Geschmeidigkeit und meine Lust am Schaffen. Dann mühe ich mich ab, statt meinem natürlichen, spielerischen und effektiven Flow zu folgen.

In all diesen Momenten scheint es mir sinnvoll, einen Gang herunter zu schalten und den Modus zu wechseln. Weg vom effektiven Zeug-Wuppen und hin zum Wahrnehmen mit allen Sinnen. Auf diese Weise komme ich in frischen Kontakt mit dem gegenwärtigen Augenblick und seinen Phänomenen.
Dabei kann es um äußere Phänomene gehen. Häufig aber geht es auch um innere Phänomene, welche Eingebung, Widerstände, innere Blockaden, die mentale Verfassung, aber auch die körperliche Verfassung betreffen können.

Abgesehen von diesen spontanen Momenten des Innehaltens kann es Sinn machen, solche Momente als feste Rituale im Alltag zu etablieren.
Wenn du zum Beispiel einen Moment zu Beginn deines Arbeitstages nutzt, um deinen Tag zu planen und vorzubereiten, dann kannst du diesen Moment um das Element des Nichts-Tuns ergänzen. Das gleiche gilt, wenn du am Ende eines Arbeitstages deinen Tag reflektierst und den nächsten Arbeitstag planst.

Vielleicht hältst du bereits fest, was dir gelungen ist, welche Schwierigkeiten es gibt und was als nächstes zu tun ist, um deine Ziele zu erreichen und deine Potentiale zu entfalten. Diese Reflektionen kannst du dadurch unterstützen, dass du einen Moment der Einkehr, des Träumens und des offenen Wahrnehmens vorlagerst oder dran hängst.

Wenn du deine Selbstreflexion und Planung eher spontan über den Tag verteilst, kannst du diese Momente in gleicher Weise um Momente des Träumens und Nichts-Tuns ergänzen.

Ich finde es angenehm und hilfreich, zumindest dreimal am Tag innezuhalten und meiner Intuition und Inspiration Gehör zu verschaffen: zu Beginn des Arbeitstages, in der Mitte, meist im Rahmen einer längeren Arbeitspause, sowie zum Ende des Arbeitstages hin.

Und worauf kannst du in den Momenten des Nichts-Tuns, Träumens und Wahrnehmens achten?

Zuallererst scheint es mir wichtig, einen Ort aufzusuchen, an dem du dich auf dich besinnen kannst. Das geht vermutlich am besten dann, wenn du alleine bist und Maßnahmen ergreifst, die dich vor “Eindringlingen” in deine Privatsphäre schützen. Dies gilt vor allen Dingen am Anfang, wenn du erst damit anfängst, eine intensivere Beziehung zu deiner Inspiration und Intuition zu kultivieren.

Sobald du dich in dieser Beziehung sicherer fühlst und größeres Vertrauen in deine inneren Prozesse gefasst hast, kannst du dieses bewusste Nichts-Tun auch in öffentlichen Umgebungen vollziehen. Allerdings solltest du dich auch dann gegen mögliche Unterbrechungen von außen “schützen”.

Möglichkeiten, die mir hier in den Sinn kommen und die ich regelmäßig nutze, sind beispielsweise Spaziergänge, leichte sportliche Aktivitäten oder Schreiben im Café.

Und was tust du in diesen Momenten genau?

Sei einfach offen für die Gedanken, Gefühle, Bilder, Ideen und Impulse, die in dir mit Bezug zu deinen Projekten, aktuellen Aufgaben, Projektpartnern, Problemen und Fragestellungen aufsteigen. Manches davon kann dich inspirieren. Anderes mag dich bedrücken. Gib all dem einfach Raum, sich zu zeigen.

Bei einer formalen Meditation spricht man davon, dass man weder bestimmte Zustände und Phänomene suchen, noch vor bestimmten Zuständen und Phänomenen fliehen soll. Hier gehst du ganz ähnlich vor.

Vielleicht nimmst du bestimmte Reaktionen auf äußere Entwicklungen wahr. Vielleicht steigen Ideen und Entwicklungsmöglichkeiten in dir auf und du reagierst emotional auf diese. Vielleicht bemerkst du, wie du mit vertrauten Abwehreaktionen auf bestimmte Phänomene reagieren. All das ist okay.

Und selbst, wenn es in der Meditation darum geht, wie ein Spiegel zu werden, in dem sich alles zeigen kann ohne Spuren zu hinterlassen, geht es hier darum, dass sich alles zeigen kann und Spuren hinterlassen darf. Denn es sind auch und vor allem die Fährten, die du in diesen Momenten aufnimmst, die dir Orientierung für deinen weiteren Weg ermöglichen.

Ein Weg, wie es dir im Gegensatz zur Meditation gelingen kann, diesen Moment des Wahrnehmens, Träumens und Bezeugens intensiv für weitere Entwicklungen nutzbar zu machen, besteht darin, die auftauchenden Gedanken, Ideen und Impulse schriftlich festzuhalten. Das kannst du frei von irgendwelcher Methodik tun, indem du beispielsweise ein Tagebuch führst oder deine Gedanken in einem Notizbuch notierst.

Darüber hinaus gibt es eine methodische Form des Schreibens, das propiozeptive Schreiben, das es dir ermöglichen kann, diesen Moment der offenen Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung effektiv für Klärung und nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Eine abgespeckte und alltagstaugliche Variante dieser Methode werde ich bei nächster Gelegenheit einmal vorstellen.

Author Lazy Moe

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